FAQs zur Unfallschadenregulierung

Wozu benötigt man überhaupt einen Kfz-Gutachter?

Ein freier Kfz-Gutachter beurteilt den Unfallschaden an Ihrem Fahrzeug neutral, unabhängig und vollständig. Ein Schadengutachen wird zur Beweissicherung und juristischer Geltendmachung nach einem Verkehrsunfall benötigt. In einem Schadengutachten werden alle Faktoren, die zu einer reibungslosen Schadenregulierung erforderlich sind, ermittelt. So wird der Reparaturumfang unter Beachtung der Vorgaben des Herstellers vollständig erfasst. Der Fahrzeugwert, die merkantile Wertminderung, der Restwert, die Nutzungsausfallentschädigung usw. werden in marktgerechter Höhe ermittelt und ausgewiesen. Auf Nebenkosten wie An- und Abmeldekostenmeldung, Umbaukosten, Entsorgung usw. wird ebenfalls hingewiesen.

Fast alle Versicherungen bieten inzwischen so genanntes „Schadenmanagement“ an. Diese Leistungen hören sich für den Geschädigten zunächst sehr verlockend an, da mit kostenloser Hol- und Bringedienst, Reinigung usw. geworben wird. Dabei verzichtet man aber auf viele seiner zustehenden Rechte. Es kann dann durchaus sein, dass der Geschädigte keine Informationen erhält wo und wie sein Fahrzeug repariert wurde. Der Reparaturumfang und -weg wird nicht neutral, sondern in Absprache und nach Vorgaben der Versicherung festgelegt. Häufig handelt es sich bei den so genannten Partnerwerkstätten der Versicherungen auch nicht um markengebundene bzw. vom Hersteller autorisierte Betriebe, was eine Beeinträchtigung oder gar den Verlust der Garantie des Herstellers zur Folge haben kann. Ein möglicher merkantiler Minderwert wird ebenfalls häufig außer Acht gelassen. Auf die Möglichkeit einer fiktiven Abrechnung auf Gutachtenbasis nach Herstellervorgaben bzw. auf eine Beauftragung eines Rechtsanwaltes seines Vertrauens wird dadurch verzichtet.

Auch die Automobilclubs ADAC, AvD usw. warnen daher vor dem so genannten „Schadenmanagement“ der Versicherungen und empfehlen nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall von seinem Recht gebrauch zu machen und auf Kosten der gegnerischen Versicherung einen Kfz-Gutachter und einen Rechtsanwalt zu beauftragen. Es ist darauf zu achten, dass die Durchführung und Ermittlung von der Beweissicherung, merkantiler Wertminderung, Restwert, Mietwagenkosten, Nutzungsausfallentschädigung, der korrekten und vollständigen Reparaturkosten, Schmerzensgeld, unterschiedliche Abrechnungsmöglichkeiten uvm. nicht allein dem Unfallverursacher und dessen Versicherung überlassen werden.

Darf ich mir selber einen Kfz-Gutachter aussuchen?

JA! Wenn Sie an dem Unfall unschuldig sind, haben Sie immer das uneingeschränkte Recht einen Kfz-Gutachter / Kfz-Sachverständigen IHRER Wahl mit der Schadenfeststellung zu beauftragen.

Das gilt auch für den Fall, dass die Versicherung des Unfallverursachers bereits einen eigenen bzw. einen freien Kfz-Gutachter beauftragt hat. Selbst dann, wenn dessen Gutachten schon vorliegt.

Die Kosten für das Kfz-Gutachten muss die Versicherung des Unfallverursachers (Schädigers) grundsätzlich übernehmen.

Reicht ein Kostenvoranschlag meiner Werkstatt nicht aus?

NEIN! Verlässt sich ein Geschädigter eines Verkehrsunfalles nur auf einen Kostenvoranschlag einer Kfz-Werkstatt, erlebt er häufig böse Überraschungen. Ein Reparaturkostenvoranschlag hat im Streitfall keine beweissichernde Funktion.

Häufig sind bei einem vermeintlich leichten Blechschaden dahinterliegende Teile beschädigt.

In jedem Fall ist die Einschaltung eines qualifizierten unabhängigen Kfz-Gutachters der sichere Weg.

Ein Kostenvoranschlag einer Werkstatt berücksichtigt auch keine eventuell eingetretene Wertminderung, keinen Nutzungsausfall, keinen Wiederbeschaffungswert und keinen Restwert. Das sind aber alles wichtige Faktoren, die zur Ermittlung des vollständigen Schadenersatzanspruches gegenüber des Schädigers bzw. dessen Haftpflichtversicherung benötigt werden.

Nur ein unabhängiges Kfz-Schadengutachten dient somit zur Beweissicherung. Verzichten Sie daher nicht auf Ihr Recht der freien Kfz-Gutachterwahl!

Muss ich das Gutachten bezahlen?

Bei einem unverschuldeten Unfall trägt grundsätzlich der Schädiger bzw. dessen Haftpflichtversicherung die Kosten des Kfz-Schadengutachtens. Nach § 249 BGB ist ein Geschädigter so zu stellen, als ob der Unfall nicht eingetreten wäre. Wir rechnen bei eindeutiger Sachlage mittels einer Abtretungserklärung direkt mit der Versicherung des Unfallverursachers ab, so dass Sie nicht in Vorleistung treten müssen.

Wie lange dauert die Begutachtung?

Je nach Schadenumfang sollten Sie sich auf eine Begutachtungsdauer von ca. 30 bis 60 Minuten einstellen.

Wo findet die Begutachtung statt?

Die Fahrzeugbesichtigung kann bei Ihnen zu Hause, am Unfallort, in Ihrer Werkstatt, auf Ihrer Arbeitsstelle oder bei uns am Büro erfolgen.

Kann man sich den Schaden auch auszahlen lassen?

Als Geschädigter haben Sie grundsätzlich das Recht, sich den Schadenersatz auch auszahlen zu lassen. Ob Sie das Geld für eine Reparatur einsetzen oder nicht, dass ist ganz alleine Ihre Entscheidung. Diese Abrechnungsweise nennt man fiktive Schadenabrechnung. Lediglich die Mehrwertsteuer wird dann nicht erstattet.

Darf ich entscheiden in welcher Werkstatt mein Kfz repariert wird?

Als Geschädigter eines Unfalls (Ihre Unschuld vorausgesetzt) haben Sie das Recht selber zu entscheiden, wo Ihr Fahrzeug repariert wird. Sie müssen sich nicht durch die gegnerische Haftpflichtversicherung in eine Werkstatt verweisen lassen.

Die gegnerische Versicherung möchte mir einen Kfz-Sachverständigen schicken. Muss bzw. soll ich mich darauf einlassen?

NEIN! Der Kfz-Gutachter der Versicherung vertritt in erster Linie die Interessen der Gesellschaft, die den Schaden bezahlen muss. Achten Sie auf einen unabhängigen Kfz-Gutachter, der Ihre Interessen wahrnimmt. Somit ist sichergestellt, dass auch Wertminderung und Nutzungsausfall neben den reinen Reparaturkosten richtig ermittelt werden.

Was soll ich bei einem Bagatellschaden machen?

Aufgrund der Schadenminderungspflicht ist der Geschädigte daran gehalten, den Schaden möglichst gering zu halten. So wären die Kosten für ein ausführliches Kfz-Schadengutachten bei geringfügigen Schäden unverhältnismäßig hoch. In diesen Fällen bieten wir Ihnen daher die Erstellung eines Kurzgutachtens an. Dieses Gutachten enthält zur Beweissicherung neben einer Reparaturkostenkalkulation nach Maßgaben des Herstellers, die technischen Daten des Fahrzeugs und Lichtbilder des Fahrzeugs sowie dessen Beschädigungen. Mithilfe eines Kurzgutachtens können Sie dem Schädiger bzw. dessen Versicherung die Schadenshöhe beziffern. Die Kosten eines Kurzgutachtens entsprechen denen eines Kostenvoranschlags einer Kfz-Fachwerkstatt und werden in aller Regel von der gegnerischen Versicherung übernommen.

So haben Sie immer die Gewissheit, dass tatsächlich die gesamten, eventuell vorhandenen, Beschädigungen erkannt werden. Sollten Sie also z. B. nur Kratzer oder Dellen feststellen, begutachten wir auch diesen Unfallschaden für Sie.

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